Internautenschau#1: Osteuropäischer Avantgarde Rock

Da es den Internautenfunk leider nicht mehr gibt, um außer- oder ungewöhnliche, vergessene oder unvergessene, bizarre oder rare, also kurzum einzigartige Musikstücke zu propagieren, werde ich jetzt auf diverse Videoportale zurückgreifen und ab und zu mal eine kleine Schau diverser Fundstücke zu gewissen Themen präsentieren. Heute in der Internautenschau: Osteuropäischer Avantgarde-Rock.

Eine Instanz in Sachen verquerer, jazziger Russenrock ist auf jeden Fall die St. Peteresburger Band Auktyon (Аукцыон) um Leonid Fyodorov, die schon seit Anfang der 80er ihre eigenwillige Melange aus Progrock, Folk und jazzigen Bläsern spielt. Höhepunkt ist für mich das Album Ptica von dem es zum Glück auch ein paar Stücke auf YouTube gibt, mitsamt verstörender Musikclips. Als erstes das hypnotische Maya Lyubov:

Der Clip von Doroga ist nicht weniger verstörend:

In eine ähnliche Richtung geht auch Ne Zhdali (Не Ждали), die Ende der 80er in der musikalischen Untergrundszene Estlands begannen und nach Zusammenbruch des Ostblocks in den Niederlanden und danach in Deutschland eine neue Heimat fanden. Der Mix aus Punk, Jazz, traditionell osteuropäischer Musik und ich will es mal "Chaos" nennen, ist hierbei meist unzugänglicher als die Musik z.B. von Auktyon und stellenweise ziemlich anstrengend. Dennoch finden sich einige Perlen wie z.B. Air - Ground:

Der Bandleader von Ne Zhdali, Leonid Soybelman, hat in allerlei Bands gespielt und empfehlenswert ist hierbei unter anderem der Yiddisch-Folk-Jazz-Mix von Kletka Red, hier mit dem Video von Kosiak Lyubvie:

Wenn auch nicht so "Avantgarde" wie die bisher vorgestellten Bands, passt die tatarisch-russisch-australische (!) Sängerin Zulya Kamalova doch ganz gut als Anschluss:

Zu guter letzt sei noch auf Fusedmarc aus Litauen hingewiesen, die v.a. live ein absolutes Erlebnis sind. Die Kombination aus kraftvoller, an Björk erinnernden Stimme, treibender Beats und bizarrer Videoperformance hat mich auf meinem ersten Sziget-Festival (ich glaube es war 2005) fasziniert.

Solche und ähnliche Entdeckungen lassen sich übrigens im Panda Theater Berlin machen, eine der wenigen guten Adressen in der Kulturbrauerei...

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Seite zuletzt bearbeitet am 14.01.2011 14:30 Uhr